Liebe AGAPE Familie und Freunde,
Liebe Freunde,
die Sommerferien stehen vor der Tür. Viele von Euch werden bald in den Urlaub fahren. Auch wir freuen uns in diesem Jahr auf zwei Wochen, die wir erstmals an der Ostsee verbringen werden.
Urlaub ist für mich eine Zeit, in der ich zur Ruhe komme und darüber nachdenke, wofür ich dankbar bin: was mein Leben reich macht und was mich im Glauben trägt. Dabei fällt mir ganz vorne unsere AGAPE Gemeinschaft ein.
Ich bin dankbar für die vielen langjährigen Beziehungen, unsere Gottesdienste, die geistliche Einheit in aller Unterschiedlichkeit, unsere Lobpreisbands, das Miteinander der Generationen, die Entwicklung unserer Gemeinde in den vergangenen Jahren, die vielfältigen Predigten, unsere engagierte und geistlich reife Jugend, den großen Einsatz so Vieler und nicht zuletzt die gemütlichen Potlatschrunden nach dem Gottesdienst. Das alles ist ein großer Segen.
Gleichzeitig beschäftigt mich ganz persönlich eine Frage, die ich mit in den Urlaub nehme und über die ich beten möchte. Sie lautet etwas zugespitzt:
Ist AGAPE „leitbar“?
Vielleicht klingt diese Frage überraschend – vor allem von einem der Gemeindeleiter. Dabei geht es mir weder um Autorität noch um Macht. Und auch nicht um die Frage nach einem leitenden Pastor. Es geht um etwas, das die Bibel immer wieder betont: Leitung und gegenseitige Unterordnung gehören zusammen.
Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi. (Epheser 5,21)
Ich glaube, dass eine Gemeinde unserer Größe Leitung braucht – nicht, weil einige über andere herrschen sollen, sondern weil Verantwortung übernommen werden muss. Natürlich sind Diskussionen wichtig. Sie zeigen Interesse, Verantwortungsbewusstsein und den Wunsch, gemeinsam gute Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob wir auch bereit sind, getroffene Entscheidungen mitzutragen und uns dort unterzuordnen, wo Menschen Verantwortung übernommen haben.
Das gilt für praktische Fragen ebenso wie für geistliche. Ein Beispiel: Ich finde es wichtig, nicht jeden Freitag und in jedem Einzelfall neu diskutieren zu müssen, ob das Mikrofon für Zeugnisse im Gottesdienst freigegeben werden soll. Egal, welche Meinung ich dazu habe: es ist gut, wenn sich darüber jemand erst Gedanken und uns dann eine Vorgabe dazu macht. Dem ordne ich mich unter.
Haben wir Klarheit darüber, wer in welchen Bereichen Verantwortung trägt? Sind wir bereit, uns auch einmal korrigieren oder herausfordern zu lassen, wenn es dem Wohl der Gemeinde dient?
Auch Hebräer erinnert uns daran:
Gehorcht euren Leitern und folgt ihnen; denn sie wachen über eure Seelen und werden darüber Rechenschaft ablegen. So können sie ihren Dienst mit Freude tun und nicht mit Seufzen – denn das wäre nicht gut für euch. (Hebräer 13,17)
Als Teil der Gemeindeleitung spüre ich diese Verantwortung sehr. Leitung bedeutet nicht, immer Recht zu haben. Sie bedeutet aber, Entscheidungen treffen und dafür vor Gott Verantwortung übernehmen zu müssen. Deshalb wünsche ich mir, dass unsere Gemeinde ein Ort bleibt, an dem beides wächst: eine Kultur des offenen Austauschs und zugleich die Bereitschaft, Verantwortung zu achten und Entscheidungen mitzutragen.
Mich interessieren Eure Gedanken dazu. Welche Erfahrungen habt Ihr mit geistlicher Leitung gemacht? Schreibt mir gerne persönlich (patrick.menges@agape.de) oder der Gemeindeleitung (gemeindeleitung@agape.de).
Ich wünsche Euch eine erholsame und gesegnete Urlaubszeit. Und ich bitte Euch: Betet für alle, die in unserer Gemeinde Verantwortung tragen. Wir brauchen dieses Gebet.
Herzlich
Euer Patrick Menges